Jährliche Mitgliederversammlung des Maschinenring Vilsbiburg

Jährliche Mitgliederversammlung des Maschinenring Vilsbiburg

Vilsbiburg. Auf ein erfolgreiches Jahr blickte der Maschinen- und Betriebshilfsring Vilsbiburg auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Aich zurück. Obwohl die Stimmunslage in der Landwirtschaft momentan nicht zum Besten ist, freute man sich über einen guten Besuch. Vorsitzender Martin Weindl berichtete über umfangreiche  Personalplanungen nachdem Geschäftsführer Georg Scheidhammer zum Jahresende seine Tätigkeit beendet. „Wir sind dabei auf einem guten Weg“ äußerte sich der Vorsitzende. Änderungen wird es auch bei der künftigen Förderung der Maschinenringe durch den Freistaat geben, wobei man für den eigenen Maschinenring nicht mit zu großen Veränderungen rechnet. Ein besonderen Dank richtete Martin Weindl an die Kräfte des Betriebshilfsdienstes für ihre wichtige und unverzichtbare Arbeit sowie an die Mitarbeiter der Geschäftstelle, die wieder herrvorragende Arbeit geleistet haben. 

Im seinem Jahresbericht konnte Geschäftsführer Georg Scheidhammer durchwegs Positives berichten. Trotz Strukturwandel konnte der Mitgliederstand gehalten werden. Keine Auswirkungen zeigte das Trockenjahr 2018 auch beim Verrechnungswert der wieder fast vier Millionen Euro ausmacht. Während die Schwerpunkte Futterernte, Mähdrusch und Transporte unverändert blieben, ist die überbetriebliche Gülleausbringung stetig gestiegen. Vor allem die Ausbringung mit bodennaher und umweltschonender Technik hat kräftig zugenommen und wird im Zusammenhang mit der neuen Düngeverordnung weiter an Bedeutung gewinnen. „Unsere Lohnunternehmer und auch drei Fässer die über den Maschinenring im Soloverleih vermittelt werden bieten für jeden Betrieb die passende Technik“ meinte der Geschäftsführer.

In 140 Fällen konnten den Familien im sozialen Notfall geholfen werden. Obwohl es nicht immer einfach ist zeitnah eine Ersatzkraft zu beschaffen, ist es doch gelungen jede Anfrage zu bedienen. Die hohe Einsatzbereitschaft und die Flexibilität der Kräfte des Betriebshilfsdienstes machten dies möglich. Hilfestellung und Unterstützung für seine Mitglieder bietet der Maschinenring in einem umfangreichen Dienstleistungsangebot an.

Düngeverordnung

Derzeit beschäftigt die Geschäftsstelle die Umsetzung der neuen Düngeverordnung die an Intensität zugenommen hat. Mitarbeiter Martin Freudenreich erläuterte den anwesenden Landwirten sehr deutlich die gestiegenen Anforderungen an Vorgaben der Düngeverordnung und verwies auf die Abläufe bei der Erstellung von Düngebedarfsermittlung und zu Nährstoffbilanzen. Auf jeden Fall ist ein Termin zu vereinbaren auch wenn es derzeit noch zu Engpässen bei der Terminvergabe kommt. Bei deiner Kontrolle ist ein vereinbarter Termin mit einem Dienstleister ausreichend um die die Unterlagen nachreichen zu können, und bot die Unterstützung des Maschinenringes an.


Aktion Blühstreifen

Zum viel diskutierten Thema Artenvielfalt konnte Georg Scheidhammer von den Ergebnissen eines runden Tisches zu dem das Amt für Landwirtschaft geladen hatte berichten. Alle beteiligten Verbände signalisierten Bereitschaft einen ersten Beitrag zu diesem Thema zu leisten. Der Maschinenring bietet im kommenden Frü jahr die Aktion Blühstreifen an. Erfassung, Beschaffung von Saatgut und Einsaat übernimmt der Maschinenring, der Landwirt läßt nur einen drei Meter breiten Streifen frei. „Machen Sie bei der Aktion mit, es ist eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme mit einem vertretbaren Aufwand“ appellierte Georg Scheidhammer an die Landwirte.

Aktion Blühstreifen
Aktion Blühstreifen

Ein erfreuliches Ergebnis war auch im gewerblichen Bereich über die MR Niederbayern GmbH zu verzeichnen. Winterdienst, Grünflächenpflege, Baumfällungen oder Heckenschnitt bilden ein umfangreiches Leistungsangebot für Firmen, Gemeinden oder Privatpersonen ab. Ein großes Lob zollte der Geschäftsführer den Auftragnehmern des Winterdienstes, die im schneereichen Winter tolle Arbeit geleistet haben.

Ein Grußwort an die Versammlung richtete Katharina Eder, die derzeit amtierende bayerische Honigkönigin. Sie stammt aus einem Mitgliedsbetrieb des Maschinenringes und sie freue sich über die Einladung und dass der Maschinenring die angekündigte Blühstreifenaktion organisiere. Michael Lobinger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informierte über die aktuellen Zahlen der Maßnahmen im Rahmen des Kulturlandschaftsprogrammes (KULAP). Fast 700  Neuanträge mit schwerpunktmäßigen Maßnahmen wie bodennahe Gülleausbringung, Grünstreifen an Gewässern und Einsaat von Blühflächen sind Beleg dafür, dass Landwirte  bereit sind für die Umwelt einzutreten. „Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht das ist unsere Vorgabe“ meinte Michael Lobinger.

Vortrag: "Landwirtschaft in den USA - Erlebnisse und Eindrücke einer Reise durch den mittleren Westen und Kalifornien"

Einen interessanten Lichtbildervortag bekamen die Besucher an diesem Abend von Max Steininger, Ferdinand Maier und Andreas Zuhr geboten. Die drei Junglandwirte waren im vergangenen Jahr 16 Tage in den USA unterwegs und sammelten dabei reichlich Eindrücke von der Landwirtschaft. Die 16-tägige Reise führte von Chicago über Las Vegas bis an die Westküste nach San Francisco. Im Rahmen eines reichhaltigen Besichtigungsprogramms wurden Agrarbetriebe sowie der Landtechnikhersteller Class besucht.

Im Vergleich zur Landwirtschaft in Deutschland oder Bayern zeichnen sich doch gravierende Unterschiede ab. Die Ausstattung an Fläche (2000 Hektar und mehr) sind keine Seltenheit und auch Tierbestände von mehr als 5000 Tieren sind durchaus üblich. Sowohl bei den Vorgaben was das Tierwohl und Tiergesundheit betrifft, gelten dort andere Maßstäbe. Der Einsatz von Hormonen zur Leistungssteigerung ist grundsätzlich erlaubt, wird aber vom Verbraucher mittlerweile sehr kritisch gesehen. Die Lagerung der großen Mengen an anfallender Gülle wird umwelttechnisch einfach gelöst. Einfache ausgehobene Lagunen wo die Gülle ohne umwelttechnische Auflagen eingeleitet wird sind hier Standard und bedürfen keinerlei Genehmigungsauflagen. Die Futtergrundlage in den Betrieben besteht überwiegend aus Mais und Maisstroh sowie Luzerneheu, und wird in einer Mischration vorgelegt. Beim Silomais setzen viele Farmer auf sogenannte Shredlage mit einer Schnittlänge von 25-30 mm bei 32-35 % Trockensubstanz. Selbstverständlich ist beim Anbau von Mais und Sojabohnen der Einsatz von genverändertem Saatgut. Bemerkenswert war auf den besichtigten Betrieben dass fast ausschließliche mexikanische Arbeiter beschäftigt werden.

Neben den überdimensionalen landwirtschaftlichen Betrieben wurde auch das Werk der Firma Claas in Omaha besichtigt. Der deutsche Landtechnikhersteller ist seit 1999 in den USA vertreten  und produziert dort Mähdrescher für den amerikanischen Markt. Interessant war dabei zu erfahren, dass von der  klassischen grünen Lackierung des Herstellers auf die amerkanische Caterpillar Farbe umgestellt wurde um Akzeptanz bei den Farmern zu erlangen. Im Gegensatz zum deutschen Markt werden dort 60 % mit Raupenfahrwerk ausgestattet.

Herzlichen Dank für alle leckeren Kuchenspenden
Herzlichen Dank für alle leckeren Kuchenspenden

Mit einem Kuchenbuffet für die Besucher endete eine informative Jahreshauptversammlung.
Über das große Interesse und die hohe Beteiligung freuten sich alle Verantwortlichen aus Vorstandschaft und Geschäftsleitung.



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